Erfahrungsberichte.

Hier veröffentliche ich mit Zustimmung der jeweiligen Verfasser Zuschriften einiger Teilnehmer meiner Seminare und Einzelstunden.


22.06.2016, Silvia:

Clickertraining mit der zunächst skeptischen Mulistute Thelma (Gamaschen anlegen).

Hallo Christin,

das erste mal habe ich das Clickern mit Dir und Corinna auf der Verdiana gesehen.

Fand ich ganz nett was ihr so vorgeführt hattet. Habe mir gedacht, na ja da habt ihr bestimmt ewig für geübt damit das so klappt. War allerdings von Lucky's Dynamik überrascht, ich kannte ihn vorher nur als sehr gemächlich. Er war mit Begeisterung bei der Sache.

Als ich euch dann ein zweites Mal bei Nina Steigerwald (beim VFD-Grillen) getroffen hatte und ich dort was gesehen hatte was mich sehr beeindruckte wollte ich mehr darüber erfahren. Da lag eine Hochsprungmatte und die Ponys (besonders dein Kleines dem die Matte bis zum Bauch geht) sind da rüber galoppiert. Wippe, Slalom und Sprung durch Reifen fand ich trainierbar, aber solch ein Untergrund und das dazu gehörende Geräusch hielt ich für sehr schwierig. Dieses ohne zögern rüber, und mit Freude dabei, das wollte ich auch bei meiner Arbeit mit Thelma sehen. Dachte ein Versuch schadet nix und du wohnst ja gleich um die Ecke also rufste mal an und machst einen Termin.

Habe bei der Probestunde das Problem mit dem Anlegen der Reflexgamaschen angesprochen und das ich das schon einen Herbst/Winter lang Versucht habe. Ohne Erfolg. Zappelei, rückwärts Gehen, auf den Boden fallen lassen und mit den Zähnen wieder abmachen. Und das ganze nur Vorne, an Hinten war gar nicht zu Denken.

In dieser einen Stunde ist soviel Passiert, Wahnsinn. Die Gamaschen waren nach kurzer Zeit, NUR mit Clickern und ein bisschen Futter, an allen vier Beinen dran. Und nicht nur von Dir angebracht, Nein ich konnte das selber schon in dieser EINEN Stunde. Der Wahnsinn. Ich dachte wenn Das möglich ist, denn können wir noch so viel mehr Erreichen.

Neuen Termin gemacht und das nächste Projekt war dann das Scheren. Von dem schreibe ich nächstes mal. Jetzt fahre ich erst mal zu Thelma.

Viele Grüße

Silvia

 


24.06.2016, Annika:

Endlich! Die erste Hufbearbeitung ohne Sedierung.

Bevor ich anfange zu berichten möchte ich einige Sätze zu mir und meinem Pferd sagen. Vor ca. zwei Jahren habe ich Goody, einen mittlerweile 14 jährigen Hannoveraner Wallach, von meiner Arbeitskollegin übernommen. Sofort sagte sie mir, dass es mit Goody und den Hufen etwas schwierig sei und dass er sie sich nicht richtig vom Hufschmied machen ließe.

Meine Vorfreude auf ein eigenes Pferd und das unendliche Glücksgefühl sorgten dafür, dass ich auf dem Ohr taub war und das Ausmaß des „Nicht-Hufe-Gebens“ gar nicht richtig realisierte. Die letzten vier Wochen vor dem Umzug stand Goody bei einem Hufschmied im Nachbardorf, welcher täglich mit ihm das Hufe geben übte und zuversichtlich war, dass Goody zukünftig die Hufe auch ohne Sedierung gemacht werden könnten. Die Zeit verging im Flug und Goody zog zusammen mit einer Beisteller-Pony Stute bei uns ein.

Noch immer war ich voller Glück und so vergingen die Wochen ohne irgendwelche Vorkommnisse und auch der erste Hufschmied-Termin stand vor der Tür. Noch ein letztes Mal entschied ich mich, Goody sedieren zu lassen, damit die Hufe ordentlich bearbeitet werden konnten. Vorbesitzerin Jana unterstütze mich und noch immer war ich mir nicht bewusst, wie schlimm es noch werden sollte mit den Hufschmiedterminen. Es verging einige Zeit und wieder war es an der Zeit den Hufschmied zu kontaktieren. Unzählige Male und über mehrere Wochen rief ich bei dem Hufschmied aus dem Nachbardorf an – erfolglos. Schließlich rief ich vom Handy meiner Freundin an und wurde barsch mit abgefertigt: „Ich habe zu viel zu tun, eure Pferde schaffe ich nicht mehr“.

Am Rande der Verzweiflung, durch die wochenlange Verzögerung sahen Goodys Hufe wirklich schon schrecklich aus, telefonierte ich einen Hufschmied nach dem nächsten ab. Einige waren ausgebucht, andere kannten Goody und wollten nicht kommen und so landete ich schließlich bei einem weiteren Hufschmied aus naher Umgebung. Ich schilderte ihm kurz das Problem und nahm dankbar einen kurzfristigen Termin am nächsten Tag an. Zur Sicherheit besorgte ich beim Tierarzt „Sedalin“, ein Gel zur Eingabe ins Maul als Vorstufe zur Sedierung. Wie angeordnet verabreichte ich das Gel und es zeigte seine Wirkung: Goody war sehr ruhig und dösig und ich zuversichtlich und zufrieden.

Der Hufschmied fuhr auf den Hof und binnen Sekunden war mein schläfriges Pferd hellwach und voller Adrenalin. Nach einigem Hin und Her ließ Goody sich widerwillig die Hufe vorn machen, hinten hatten wir keine Chance. Goody zappelte, trampelte, trat und kickte nach dem Hufschmied. Ich war schockiert und das erste Mal merkte ich, dass es mit den Hufen wohl schwieriger werden würde, als ich erwartet hatte. In meiner Verzweiflung nahm ich den Vorschlag des Hufschmiedes an und wir verpassten Goody eine Nasenbremse.

Huf Nr. 1 konnte hinten bearbeitet werden und ich war zwar nicht 100% zufrieden, aber immerhin war der eine Huf bearbeitet. Während ich darüber nachdachte wie es zukünftig weiter gehen könnte und wie wir das ganze Prozedere auch ohne Nasenbremse hinbekommen könnten, fing der Hufschmied an, den zweiten hinteren Huf zu bearbeiten. Von einem zum nächsten Moment wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, weil Goody plötzlich den Kopf hochriss, sich die Nasenbremse löste und er wie verrückt anfing zu treten und zu trampeln. Der Hufschmied rettete sich in eine Ecke, war klitsch nass geschwitzt und fassungslos über das plötzliche Verhalten von Goody. Es war nur sehr knapp und Goody hätte den Hufschschmied getroffen.

Völlig schockiert stand ich mit meinem Pferd am Strick und es liefen wie verrückt Tränen über mein Gesicht. Nie hätte ich damit gerechnet, dass MEIN Goody sich so verhalten würde. Mit dem Hufschmied vereinbarte ich einen neuen Termin. Trotz des Vorfalls wollten wir es erneut versuchen, dies Mal mit doppeltem Sedalin. Die Zeit verging und der nächste Termin kam schneller als gewünscht. Wie vereinbart verabreichte ich das Sedalin, Goody döste vor sich hin aber wieder war das Sedalin wie verflogen, als der Hufschmied auf den Hof fuhr. Sofort sagte er mir, dass er unter diesen Voraussetzungen auf keinen Fall die hinteren Hufe bearbeiten würde, weil für ihn die Gefahr zu groß sei. Er bearbeitete die vorderen Hufe und hinten blieb alles wie es war. Nach dem Termin entschied ich mich, weitere Hufschmiede abzutelefonieren und machte mich vornämlich auf die Suche nach einer Hufschmiedin.

Ich hatte die Hoffnung, dass eine weibliche Person bewirken würde, dass Goody sich die Hufe besser machen ließe. Über eine benachbarte Pferdebesitzerin kam ich zu Malaika, einer Huforthopädin auf Syke. Nach einem halbstündigen Telefonat, in dem ich ihr den schlechten Zustand der Hufe und die Situation erklärte, machten wir einen Termin aus und zwar ganz ohne Sedierung. Malaika sagte mir, dass sie schon mehrere „schwierige“ Pferde bearbeiten konnte und so war ich war erneut euphorisch voller Zuversicht. Der erste Termin verlief nur wenig besser als die vorherigen: Goody zappelte, trat und ließ sich hinten die Hufe nicht bearbeiten. Auch an das Aufstellen der Hufe auf einen Bock war im Traum nicht zu denken. Malaika empfahl mir dann, es mit Klicker Training zu versuchen und stellte den Kontakt zu Christin her.

Durch meine beiden Hunde kannte ich das Klicker Training, war aber skeptisch, ob es bei Goody klappen würde. Ich informierte mich über diverse Videos und Beiträge im Internet über Klicker Training bei Pferden und so rückte der erste Trainingstermin immer näher und ich wurde immer nervöser. Für den ersten Trainingstag bereitete ich klein geschnittene Äpfel und Möhren vor und versuchte die ersten Stunden des Tages irgendwie rum zu bekommen und meine Aufregung zu drosseln. Dann war es soweit: Christin erklärte mir die Vorgehensweise und einige Grundsätze für das Klicker Training.

Nach anfänglichem Tam-Tam nahm Goody die Übungen mit dem Klicker gut an und Schritt für Schritt ging es voran und der vordere linke Huf ging immer besser hochzunehmen, anzufassen und zum Ende des Trainings sogar auf einen Bock zu stellen. Mit reichlich Hausaufgaben für mich und Goody beendeten wir die erste Trainingsstunde. Ich konnte es nicht fassen, dass es so toll geklappt hatte. In den nächsten Tagen und Wochen übte ich fast täglich das Hufe geben, anfassen und Abstellen auf einem Bock. Plötzlich schien es so leicht und unkompliziert zu sein. Wir konnten uns mit Hilfe von Freunden sogar soweit steigern, dass Goody alle Hufe auf einen Bock abstellte und fremde Personen die Beine und Hufe anfassen konnten. Erst ein paar Wochen zuvor wäre es nicht denkbar gewesen, dass ein fremder ihn überhaupt an den Beinen anfassen kann.

Nach einigen Wochen war es dann soweit - der Tag der Tage stand vor der Tür - unser nächster Hufschmied Termin. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Christin uns nicht begleiten, aber mein Freund leistete beste Unterstützung. Ich war unruhig und nervös, meine Hände schwitzig und mein Herz überschlug sich fast vor Aufregung. Als Malaika kam ging es dann sehr schnell: Goody regierte wie gewohnt positiv auf das Klick-Signal und die damit verbundene Belohnung. Wir konnten alle vier Hufe auf den Bock stellen und bearbeiten. Nach dem Termin konnte ich mein Glück nicht fassen, wieder liefen Tränen über mein Gesicht, Tränen der Erleichterung und der Freude über unseren Erfolg.

Dank Christin haben wir es geschafft ein tolles Team zu werden und über Vertrauen und positive Bestätigung die wohl größte Angst von Goody zu überwinden. Seit dem letzten Termin sind nun ein paar Wochen vergangen. Wir haben angefangen diverse Dinge über das Klicker-Training zu üben: Vom Anfassen des Kopfes (bisher auch immer mit Tam-Tam verbunden) bis hin zu kleinen Trick-Übungen haben wir schon einiges ausprobiert. Der nächste Hufschmied Termin steht vor der Tür und wenn ich daran denke bin ich nicht mehr ängstlich, sondern zuversichtlich und stolz.

Ich habe mich durch das Training zu 100% überzeugen lassen und kann wirklich nur jedem empfehlen eine Trainingsstunde bei Christin wahrzunehmen. Das Training hat Goody und mich näher zusammen gebracht und wir haben mehr Vertrauen zueinander aufgebaut.

Vielen vielen Dank liebe Christin, dass du uns mit deinem Training diesen Anstoß gegeben hast.

 


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